Technik

DIE INTERFACE-ARCHITEKTUR – Systemintelligenz und immersive Medientechnik

Die technische Realisierung von Kepler’s Aetherium transformiert industrielles Gerüstmaterial (System Plettac) in ein hochpräzises Interface für digitale Kunst.

Die selbstähnliche, synchrone Struktur bildet das mathematische Gerüst für eine nahtlose Integration von High-End-Audio und Video-Mapping.

Wir verwenden 8 Video Beamer in 6,5m Höhe innerhalb des Aetheriums, um an die gegenüber liegenden, senkrechten 8 Seiten zu projizieren. Die Seiten sind jeweils im silbernen Schnitt von 6m Höhe innen und von 5m und 4m Höhe versetzt nach außen laufend und 1m tief mit dünnem Gazestoff bespannt. Dadurch entsteht zwar immer noch das gleiche Bild, jedoch im Raum versetzt dargestellt. Es können jeweils die gleichen Visuals folgen, oder eine Abfolge die auf 8 Seiten unterschiedlich fährt. Der Visuelle Effekt der dabei entsteht, kann als raumend bezeichnet werden. Eine direkte Blendung des Publikums entsteht nicht, da das Licht nach außen durch die Gaze gedämpft wird. Jedoch je nach Standort des Betrachters oder der Kamera könnte man eine Korrespondenz vermuten.

1. Spatial Audio: Die native Oktophonie

Das Aetherium ist nicht nur ein offenes Raumgitter im silbernen Schnitt, sondern ein

Instrument der Wahrnehmung und Achtsamkeit. Die 8-seitige Symmetrie korrespondiert nativ mit den Standards der modernen Mehrkanal-Beschallung. Wir verwenden HDMI Signale auch an die 8 Projektoren Lautsprecher, wodurch ein atmosphärisches Rieseln im offenen Raum entsteht. Das Audio-Signal kann dennoch über den Mischer auf die Anlage laufen. In unserem Fall, eine Dolby Atmosphäre Installation mit der dazugehörigen Software. Auf Wunsch können wir, z.B.: Vivaldi die vier Jahreszeiten, exakt im Rhythmus mit bewegten Bildern unterlegen und mit dem passenden Duft, die Zuhörer, Zuschauer, als Miterlebende direkt ergreifen. Wir verwöhnen die Gedanken und Gefühle, aus einem belegten in einen offenen geistigen Raum.

Warum das im Aetherium so gut funktioniert: Geometrische Diffusion: Über sieben vertikale Stufen – darunter eine 16-eckige und eine strahlenförmige Struktur – wird der Schall horizontal und vertikal gestreut. Diese ornamentale Gliederung eliminiert Flatterechos und erzeugt ein glasklares Nahfeld-Klangbild, das für „leise“ Kulturformate in bewohnten Quartieren optimiert ist.

Video-Mapping: Die fraktale Projektionsfläche

Die Architektur des Aetheriums bricht mit der klassischen 90-Grad-Leinwand und bietet Video-Künstlern eine dreidimensionale Leinwand: Stufen-Mapping: Die synchrone Wiederholung der Modultiefe von 2,41 m über drei Ebenen erzeugt eine komplexe Tiefenwirkung. Projektionen können die selbstähnliche Struktur des Tragwerks nutzen, um Architektur und Licht visuell verschmelzen zu lassen. Dynamische Oberflächen: Die 8-seitige Geometrie erlaubt nahtlose Rundum-Projektionen, die den Betrachter ins Zentrum der Narration stellen.